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So war es einmal: Sohn oder Tochter wachsen praktisch auf dem Betriebshof auf und übernehmen dann das Familienunternehmen. Doch immer weniger haben dazu Lust. Und generell stehen zu vielen Chefs im Rentenalter zu wenig potenzielle Nachfolger gegenüber. Die deutsche Wirtschaft leidet unter einer Nachfolgelücke.

Über 12 Millionen Menschen!
So viele gehen in den nächsten Jahren in Rente, etwa jeder sechste Bundesbürger. Der Grund für diesen Massenabfluss: Für die Generation der Babyboomer endet allmählich das Arbeitsleben. Als Babyboomer bezeichnet werden die Jahrgänge 1956 bis 1964, weil in dieser Zeit die bisher höchste Geburtenrate verzeichnet wurde. Wenn nun 15 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung – oder 12,4 Millionen – aufhören zu arbeiten, bedeutet das nicht nur eine Herausforderung für den Arbeitsmarkt und das Rentensystem. Auch unzählige Unternehmensnachfolgen stehen damit vor einem großen Fragezeichen.

Unternehmer immer älter

Das Alter der Inhaber ist einer Studie der Commerzbank zufolge in über 40 Prozent der Fälle der Grund für eine geplante Unternehmensübernahme. Und tatsächlich sind die Inhaber klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU) in Deutschland zunehmend älter. Lag 2003 das Durchschnittsalter der Chefs noch bei 45 Jahren, war es 2024 schon auf 54 geklettert. Fast die Hälfte der Unternehmer, genau:
48 Prozent, sind bundesweit heute 50 Jahre oder älter.

In Hessen liegt der Wert sogar noch darüber, hier sind 56 Prozent in der Altersgruppe 50 plus. Da ist für viele der Ruhestand nicht mehr fern. Das führt dazu, dass bis 2029 pro Jahr rund 109.000 Inhaber von KMU planen, sich aus ihrem Unternehmen zurückzuziehen. Und diesen zahlreichen übergabewilligen Inhabern stehen nun alleine schon aus demografischen Gründen zu wenig Übernahmewillige gegenüber.

Bei der Sensibilisierung geht es zunächst darum, zu erkennen und zu akzeptieren, dass eine Unternehmensübernahme mittelfristig bevorsteht. Im Rahmen der rechtlichen Vorbereitung werden die gesellschaftsrechtlichen und erbrechtlichen Regelungen geprüft.
Die wirtschaftliche Vorbereitung dient unter anderem dazu, den Unternehmenswert zu ermitteln.
Sinnvoll ist es auch zu überlegen, welche
Maßnahmen ergriffen werden können, die den
Wert des Unternehmens steigern könnten. In der Auswahlphase steht die Suche nach einem
Nachfolger an. Dazu kann es auch gehören,
Verkaufsunterlagen zu erstellen.

Die Übergabephase bereitet die eigentliche Übergabe vor, inklusive der Einarbeitung des Nachfolgers und der Kommunikation der getroffenen Nachfolgeregelung. In der Sicherungsphase geht es schließlich darum, einerseits die Existenz des Unternehmens, andererseits den Lebensunterhalt des Altinhabers abzusichern.

Mittelständler und Familienunternehmen

Welche Bedeutung das Thema Unternehmensnachfolge bei klein- und mittelständischen beziehungsweise bei Familienunternehmen für die Gesamtwirtschaft hat, macht ein Blick auf den Anteil dieser Betriebe deutlich.
Von klein- und mittelständischen Unternehmen spricht man, wenn das Unternehmen bis zu 249 Mitarbeitende und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz hat. Dieser Definition folgend standen 2023 in Deutschland 3,2 Millionen KMU gerade mal 21.500 Großunternehmen gegenüber. Sie machen also 99,3 Prozent aus.
Eine ähnlich große Bedeutung haben Familienunternehmen. 91 Prozent der Unternehmen in Deutschland – oder 2,83 Millionen – waren im Jahr 2017 in der Hand von Familien. Allerdings darf man diese nicht mit Klein- und Mittelständlern gleichsetzen. Auch die Volkswagen AG ist ein Familienunternehmen, da die Familie Porsche die meisten Aktionärsanteile hält.

Familienintern vererben? Das war einmal

Traditionell galt es lange als Regelfall, dass Familienunternehmen von Generation zu Generation vererbt werden. Über die gesamten vergangenen 40 Jahre gerechnet wurden die Unternehmen so weitergegeben:

  • 54 Prozent familienintern
  • 17 Prozent unternehmensintern
  • 29 Prozent unternehmensextern

Die Entwicklung über die Jahre zeigt ein differenziertes Bild. Im Jahr 2016 gab es – zumindest bezogen auf Nordrhein-Westfalen –noch 71 Prozent familieninterner Nachfolger, 2024 waren es nur noch 49 Prozent.

Nachfolgemodelle: Vor- und Nachteile

So gelingt die Übernahme doch

Die gute Nachricht zum Nachfolgeproblem lautet: Die Herausforderung ist erkannt.
Viele Institutionen bieten inzwischen Beratungs- und Vernetzungsplattformen an. Die SVG selbst hat Angebote dazu, zahlreiche IHKs ebenso und auf Bundesebene haben Wirtschaftsministerium und KfW das Angebot https://www.nexxt-change.org geschaffen.
Die Einordnung der Nachfolgelücke aus akademischer Sicht, aber auch inspirierende Beispiele von gelungenen Übergaben aus unserer Branche finden Sie auf den folgenden Artikel.

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