Credit: SLV, Speditions- und Logstiktag 2025

Mit den „Young Logistics“ ehrt der Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV) nicht nur die jahrgangsbesten Auszubildenden. Der Branchenverband feiert damit die duale Ausbildung generell.

Als „Azubi-Ehrung“ war der Wettbewerb 2005 gestartet, seit 2007 firmiert er etwas zeitgemäßer als „Young Logistics“. Vergeben werden die Auszeichnungen auf dem Speditions- und Logistiktag Hessen/Rheinland-Pfalz, der traditionell im September stattfindet. „Mit dem Wettbewerb wollen wir die Attraktivität der dualen Ausbildung stärken und ein Signal für die Gewinnung von Nachwuchskräften setzen“, erklärt Daniel Hensel, Vorsitzender des Speditions- und Logistikverbands Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (SLV).

Schließlich leidet die Branche immer noch unter einem Mangel an Fachkräften. Schätzungen zufolge fehlen derzeit etwa 120.000 Berufskraftfahrer. Mit den „Young Logistics“, so Hensel, wolle der SLV bewusst Wertschätzung, Motivation und Branchenbindung miteinander verbinden.

Auszeichnungen von der Verkehrsministerin

Prämiert werden jeweils die drei jahrgangsbesten angehenden Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung, Fachkräfte für Lagerlogistik sowie Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer. Die Preisträger 2025 waren Auszubildende der Speditionen Kühne Nagel, Fiege und Zufall Logistics. Ihre Urkunden erhielten sie von der rheinland-pfälzischen Verkehrsministerin Daniela Schmitt, von Daniel Hensel sowie Alexander Hillers, Vorstandsvorsitzender der SVG Hessen.

Der SLV vertritt die Interessen von etwa 400 Speditions- und Logistikunternehmen mit mehr als 25.000 Beschäftigten. Als regionale Branchenstimme setzt er sich für verlässliche wirtschaftliche, verkehrspolitische und tarifpolitische Rahmenbedingungen ein. Ziel ist dabei stets, die Wettbewerbsfähigkeit der Mitglieder zu stärken. Daneben unterstützt der Verband die Unternehmen mit Rechtsberatungen, Fachinformationen und Angeboten im Bereich Service und Bildung. Dabei arbeitet er regelmäßig auch mit der SVG Hessen zusammen.

Mit dem Wettbewerb wollen wir die Attraktivität der dualen Ausbildung stärken.

Daniel Hensel

Attraktive Preise für die drei Jahrgangsbesten

Schon lange engagiert sich der Verband auch für die Förderung des Nachwuchses und bereitet etwa in den Kursen seiner Bildungsakademie die jungen Menschen auf die Abschlussprüfung vor. „Daraus entstand auch die Idee für ,Young Logistics‘, erklärt Akademieleiter Markus Gust.
Die Auszeichnung wird ausschließlich nach der Abschlussnote verliehen. In die Auswahl kommen die Auszubildenden, die mit der IHK-Note „gut“, das heißt mit 81 Punkten oder mehr, abgeschlossen haben. Für die Top 3 mit der höchsten Punktzahl gibt es attraktive Preise. Der oder die Jahrgangsbeste erhält ein Stipendium für die Weiterbildung zum Fachwirt Güterverkehr und Logistik (IHK)der Bildungsakademie im Gesamtwert von über 5.600 Euro.
So soll er oder sie gezielt beim nächsten beruflichen Schritt unterstützt werden. Die Zweit- und Drittplatzierten bekommen Seminargutscheine.

Alle Auszubildenden mit der IHK-Note „gut“

Der SLV hat sich bewusst entschieden, die duale Ausbildung zu fördern. „Im Ausbildungsbereich gibt es ein Ungleichgewicht“, erklärt Daniel Hensel. „Viele junge Menschen entscheiden sich für ein Studium, demgegenüber haben wir aber einen großen Bedarf an Auszubildenden. Die Herausforderung dabei ist: Die Hochschulabsolventen haben keinen Praxisbezug. Im Betrieb muss man bei ihnen praktisch bei Null anfangen.

Doch nicht nur die drei Besten – alle Auszubildende mit einem „gut“ oder besser – werden zum Branchentreffen eingeladen, bei dem traditionell auch ein politischer Ehrengast dabei ist. In einem gemeinsamen Workshop nehmen die Auszubildenden an einem Unternehmensplanspiel teil, können viel lernen und Kontakte knüpfen. Und am Ende erhalten alle Teilnehmenden eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Jeweils drei prämierte Auszubildende in bisher 21 Preisjahrgängen: Es sind einige Talente, die der SLV bisher ausgezeichnet hat. „Viele begegnen uns später wieder – etwa in Seminaren, im Fachwirt-Lehrgang oder in Ausschüssen und Gremien“, erzählt Daniel Hensel.

Einige von ihnen werden leitende Angestellte oder Geschäftsführer von Unternehmen, einige gewinnen bei anderen Preisverleihungen – wie Sarah Kemeter.
Die damals 22-Jährige war 2010 die Jahrgangsbeste und gewann im selben Jahr auch den Young Freight Forwarder Germany Award. Diesen Ausbildungspreis vergibt der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) und legt dabei noch strengere Kriterien als der SLV an. Sarah Kemeter ist bislang immer noch die einzige Auszubildende, die beide Wettbewerbe gewinnen konnte.

Nur ein Baustein in der Nachwuchsförderung

Für den SLV ist die Preisverleihung der „Young Logistics“ nur ein Baustein in einer Gesamtstrategie zur Förderung des Nachwuchses. In seinem Fachausschuss Berufsbildung diskutiert der Verband etwa regelmäßig aktuelle Themen mit Ausbildungs- und Personalleitern. Dadurch hat der SLV zum Beispiel maßgeblich an der Neuordnung des Ausbildungsberufs Speditionskaufmann/-frau und der Novellierung der Weiterbildung zum Fachwirt Güterverkehr und Logistik mitgewirkt.

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