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Vielleicht merkten es die Schüler als Erste: 2022 wurde die KI ChatGPT veröffentlicht und verändert seither Schule, Studium, Arbeit und unser aller Alltag. Doch Künstliche Intelligenz gibt es schon länger.

Oft kommen Revolutionen schleichend, diese kam mit einem Paukenschlag. Für viele Menschen auf dem Globus begann das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz am 30. November 2022. An diesem Tag machte das US-Unternehmen OpenAI der Öffentlichkeit seine KI ChatGPT zugänglich.
Die Schüler merkten wohl als erstes, welches kraftvolle Werkzeug da plötzlich zur Verfügung stand. Und noch bevor ihre Lehrer und viele andere wussten, was sich hinter diesen sieben Buchstaben verbirgt, schrieben sie schon ihre Hausaufgaben mit ChatGPT.

Heute hat KI längst alle Lebensbereiche durchdrungen und wird auch intensiv in Unternehmen eingesetzt. Die Bundesnetzagentur geht von einer möglichen Wertschöpfung durch Künstliche Intelligenz von 430 Milliarden Euro bis 2030 aus.

Wertschöpfung durch KI:
430 Mrd. bis 2030

Analyse unstrukturierter Daten

Anders als konventionelle Programme, die nach einer Wenn-dann-Logik funktionieren, beruht KI nicht auf einem fixen Code. Basis
ist ein Algorithmus, der selbstständig in der Lage ist, seine eigenen Parameter auf ein bestimmtes Problem hin anzupassen. So kann KI ein generelles Muster in Daten finden, Regeln daraus ableiten und diese dann auf neue Daten anwenden. Das Besondere:
Diese Daten können unstrukturierte Daten sein, die sich ansonsten kaum durchsuchen ließen, weil sie eben keine einheitliche Form haben.

Über 12.000 Fotoaufnahmen der Außenansichten ihrer Filialen hat die Drogeriemarktkette Rossmann ausgewertet, um zu prüfen, ob KI ermitteln kann, wo Reparaturen, Reinigungen oder neue Werbeanlagen nötig sind.

Mehr Daten, mehr Rechenleistung

Zwei Entwicklungen haben den Aufstieg von Künstlicher Intelligenz entscheidend vorangetrieben: zum einen die massenhafte Verfügbarkeit von Daten, zum anderen der massive Anstieg der Rechenleistung, die benötigt wird, um diese wachsenden Datenmengen bearbeiten zu können.

3 von 4 Menschen arbeiten schon mit KI

Zahllose Programme

Auch wenn ChatGPT bisweilen wie ein Synonym für Künstliche Intelligenz benutzt wird, gibt es natürlich auch Programme
anderer Anbieter. Bei den allgemeinen Tools sind zum Beispiel Gemini von Google zu nennen oder Copilot aus dem Microsoft-365-Paket, das viele Unternehmen benutzen.
Spezifischere Tools wären zum Beispiel Deepl für Übersetzungen, Perplexity zum Recherchieren, Gamma für Präsentationen oder Leonardo.AI für die Bildgenerierung. Abgesehen davon gibt es zahllose weitere Programme.

NOVEMBER 2022:
ChatGPT wird von OpenAI veröffentlicht
JANUAR 2023:
ChatGPT hat weltweit 100 Millionen aktive Nutzer
APRIL BIS JUNI 2025:
16 Milliarden Besuche auf der ChatGPT-Website

Halluzination

Natürlich hat die KI auch Schattenseiten. Die Programme können halluzinieren, also falsche Informationen oder Fakten erzeugen, die nicht der Realität entsprechen. Das Fatale dabei:
Die KI präsentiert diese in flüssigen, kohärenten Texten, die auf den ersten Blick völlig plausibel wirken. Die Kontrolle eines
Menschen mit Expertise im betreffenden Thema ist also unerlässlich. Diese oftmals plausibel wirkenden Texte tragen außerdem ihren Teil zu einem weiteren Problem bei: der sogenannten Automation Bias (Bias= Wahrnehmungsverzerrung).
Diese bezeichnet die verhaltenspsychologisch nachgewiesene menschliche Tendenz, computergenerierten Entscheidungen blind zu vertrauen.

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