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Im Geschäftsalltag ist das nicht ungewöhnlich: Zahlungseingänge und -ausgänge passen nicht zusammen, ein vorübergehender finanzieller Engpass entsteht. Oft hilft da ein kurzfristiger Bankkredit. Doch gerade KMU kommen in letzter Zeit seltener an Darlehen. In dieser Situation kann Factoring helfen. 

Welcher Unternehmer kennt das nicht: Eigentlich sollte Kunde X schon bezahlt haben, parallel muss dringend die Rechnung von Lieferant Y beglichen werden. Schnell entstehen so Finanzlücken. Ein Bankkredit kann in der Situation nicht immer helfen. Laut dem Bank Lending Survey, einer regelmäßigen Umfrage unter Kreditinstituten, lag im 3. Quartal 2025 die Ablehnungsquote der Banken bei 13 Prozent, im Halbjahr zuvor waren es noch 6 Prozent. 

BEI KMU noch stärkere Zurückhaltung 

Für klein- und mittelständische Unternehmen liegt die Ablehnungsquote laut der KfW-Bank im Schnitt der letzten Quartale sogar noch darüber. Die Ursachen für die Zurückhaltung? Laut der KfW sind das einerseits die erhöhten Kreditrisiken durch die schwache Wirtschaftslage, unter anderem auch aufgrund der US-Zollmaßnahmen, andererseits die seit rund drei Jahren steigende Anzahl an Unternehmensinsolvenzen. Für KMU ist diese Entwicklung fatal, weil ihnen weniger alternative Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen als Großunternehmen. 

Gerade für klein- und mittelständische Unternehmen bietet Factoring einen Ausweg aus dem Dilemma. Dabei gibt ein Unternehmen seine finanziellen Forderungen an ein Factoring-Unternehmen weiter und erhält von diesem sofort einen Großteil der Rechnungssumme. Dadurch ist eine dauerhafte Liquidität gewährleistet und die Finanzlücke zwischen kurzfristig zu leistenden Zahlungen und verspäteten Zahlungseingängen kein Problem mehr. 

Um Transport- und Logistikunternehmen in ihrer Finanzplanung zu unterstützen, arbeitet die SVG Hessen mit dem auf die Branche spezialisierten Factoring-Anbieter EKF Finanz Frankfurt zusammen. 

FAQs zum Factoring 

  1. Was ist Factoring einfach erklärt? 

    Factoring ist eine moderne Finanzdienstleistung, bei der ein Unternehmen seine Geldforderungen aus der Lieferung von Waren oder Dienstleistungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Dieses überweist dem Unternehmen dafür in der Regel innerhalb von 48 Stunden 80 bis 90 Prozent des Rechnungsbetrages. 
    Eine einfache Übersicht lässt sich in diesem PDF finden: Whitepaper Factoring

  2. Was ist Factoring-Finanzierung? 

    Die Finanzierung über Factoring ist für Unternehmen eine Alternative dazu, Liquiditätsengpässe mit Bankkrediten zu überbrücken. Damit sind Unternehmen immer liquide und in der Lage, ihre Verbindlichkeiten zu begleichen.

  3. Was ist ein Factor? 

    Der Anbieter der Finanzdienstleistung Factoring wird Factor genannt. Der Factoring-Kunde ist das Unternehmen, das den Factor beauftragt. Die dritte Partei ist der sogenannte Debitor, also der Schuldner, dem der Factoring-Kunde eine Dienstleistung oder Ware geliefert und in Rechnung gestellt hat. 

  4. Welche Funktionen übernimmt ein Factor? 

    Der Factor stellt dem Factoring-Kunden sofort einen Großteil der Rechnungssumme zur Verfügung. Er übernimmt das Ausfallrisiko sowie auf Wunsch auch die Debitorenbuchhandlung sowie das Mahn- und Inkassowesen. 

  5. Welche Unternehmen nutzen Factoring? 

    Grundsätzlich können Unternehmen aller Art Factoring nutzen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Finanzierungsverfahren seine Vorteile aber besonders gut ausspielen. Das betrifft zum Beispiel Branchen, bei denen sich lange Zahlungsziele etabliert haben, oder Unternehmen, die im administrativen Bereich personell schwach aufgestellt sind. 

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