Credit: dreissig24/Christian Malsch von Stockhausen
Beim diesjährigen „Netzwerk der Logistik“ feierte sich die Transportwirtschaft ein wenig selbst. Die aktuellen Herausforderungen der Logistik kamen bei dem hochkarätig besetzten Branchentreffen aber dennoch nicht zu kurz.
Die Logistik steht unter Druck. Das war der Befund des diesjährigen „Netzwerkes der Logistik“, das im September 2025 in Ingolstadt stattfand. Auf Einladung der SVG und des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) trafen sich bereits zum vierten Mal Akteure aus Wirtschaft und Politik. Der Druck kommt gleich von mehreren Seiten. Da ist zum einen die allgemeine Wirtschaftsentwicklung:
Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, ein wichtiger Wirtschaftsindikator, fiel im August 2025 gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent. Zum anderen läuft zum 31. Dezember 2025 die Mautbefreiung für Null-Emissions-Lkw aus – eine weitere Belastung für Unternehmen. Ab 2026 gilt dann nur noch ein 75-Prozent-Rabatt und auch nur auf den Infrastruktur-Mautteilsatz.
Investitionsstau ist deutlich spürbar
Außerdem leiden alle Transportunternehmer und Lkw-Fahrer unter dem schlechten Zustand von Straßen, Brücken und anderer Infrastruktur. „Die Mauteinnahmen müssen dort wirken, wo die Lkw fahren: in Brücken, sichere Stellplätze und netzanschlussfähige Truck-Hubs“, forderte BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt. Den hohen Investitionsbedarf bestätigte Staatssekretärin Claudia Elif Stutz vom Bundesverkehrsministerium. Sie hob die Brückensanierung (400 pro Jahr), mehr LkwStellplätze, Planungsbeschleunigung, Bürokratieabbau und erleichterte Zugangsbedingungen für Berufskraftfahrer als Prioritäten hervor. Unter anderem mit Armin Simmelbauer Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA), Dr. Michael Güntner von der Autobahn GmbH und Christian Hoffmann, dem Präsidenten des BALM, wurden weitere Themen wie der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Lkw diskutiert. Was alle diese Themen verbindet, brachte der neue Vorstand der SVG-Zentrale Stephan Böschemeier auf den Punkt:
Für die Unternehmen zählt am Ende Verlässlichkeit – im Alltag wie bei Investitionen.
Vorstand SVG-Zentrale, Stephan Böschemeier
Spenden für zwei Initiativen
Doch nicht nur auf Probleme und Herausforderungen sollte der Blick an diesem Wochenende gerichtet werden, sondern auch auf die vorhandenen Leistungen und Kompetenzen. „Schauen wir auch auf das, was wir täglich meistern – und feiern wir uns selbst!“, forderte Staatssekretärin Stutz sehr zu Recht. Dafür wurden zwei Initiativen am Abend gewürdigt, die Hoffnung machen und viel praktische Unterstützung leisten:
Die Kraftfahrer-Initiative „Bewegen mit Herz“ engagiert sich seit 2014 für benachteiligte Kinder in ganz Deutschland und veranstaltet unvergessliche Spiel- und Gemeinschaftstage, Weihnachtsaktionen, Hilfslieferungen sowie individuelle Unterstützungsprojekte. Gefördert von Partnern aus der Transport- und Logistikbranche arbeiten 300 ehrenamtliche Mitglieder für
den Verein. Die medizinische Unterwegsversorgung von Lkw- und Busfahrern verbessert DocStop für Europäer. Über ein europaweites Netzwerk mit mehr als 1200 Ärzten und Anlaufstellen erhalten Fahrer bei Krankheit unterwegs schnell und unkompliziert Hilfe – erreichbar über die kostenlose Telefon-Hotline oder per App. Und mit dem Service „Arzt per Smartphone“ kann sich jeder erkrankte Fahrer kostenlos, schnell und europaweit mit einem Arzt per Video-Anruf über das eigene Smartphone verbinden lassen – und das in vielen Landessprachen.
Zugunsten der beiden Vereine wurde eine Spendenaktion mit Tombola veranstaltet. Die Einnahmen daraus stockten der BGL und der Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) auf beachtliche 3.000 Euro auf. Bei der Versteigerung eines Bildes am Abend kamen weitere 9.000 Euro in den Spendentopf für die BGL-Kampagne „#ichfahrfürdich“.
Neue Kontakte, bekannte Weggefährten
Außerdem stand das gesamte Wochenende im Zeichen des Networking. Das Knüpfen neuer Kontakte und das Wiedersehen mit
bekannten Weggefährten, der Austausch mit Kollegen und Marktbegleitern sowie das Gewinnen neuer Perspektiven bestimmten
die Empfänge, Diskussionen und Gesprächsforen, die Messe mit 20 Ausstellern oder auch einfach nur die Kaffeepausen.
Schauen wir auf das, was wir täglich meistern.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr





