Credit: Akkermann
Von der CO₂-Doppelbelastung bis zur zulässigen Achslast: Die Herausforderungen der Branche standen im Fokus des Kanzlerbesuchs beim ostfriesischen Familienunternehmen Akkermann Transporte
Vor welchen Schwierigkeiten stehen mittelständische Transportunternehmen in diesen herausfordernden Zeiten? Das wurde beim Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Akkermann Transporte GmbH diskutiert. Zusammen mit der parlamentarischen Staatssekretärin und Mittelstandsbeauftragten Gitta Connemann hatte Merz Ende April das Unternehmen im ostfriesischen Moormerland besucht. Auch BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt war dabei. Gastgeber Klaus Akkermann, einer der Geschäftsführer der Spedition, ist in dem Verband als Aufsichtsratsmitglied engagiert.
Mittelständische Transportbetriebe stellen die Versorgungssicherheit in Deutschland sicher! Das war das Signal, das von diesem Besuch ausging. Daneben standen drei Themen im Mittelpunkt der Diskussion mit dem Kanzler. Zum einen war dies die CO₂-Doppelbelastung. Wer bereits eine CO₂-Komponente bei der Lkw-Maut zahlt, darf nicht zusätzlich mit dem CO₂-Zuschlag auf Kraftstoff belastet werden, forderten Engelhardt und Akkermann im Namen des BGL. Zweites Thema waren mögliche Entlastungen von Arbeitnehmern durch beispielsweise niedrigere Beiträge bei den Sozialabgaben.
Konkrete Schritte gewünscht
Der dritte Schwerpunkt war dann wieder sehr logistikspezifisch: wie Änderungen der Vorschriften zur Achslast nicht nur Transportunternehmer, sondern auch die Infrastruktur entlasten können. Natürlich wurden daneben die aktuellen Kraftstoffpreise angesprochen. Sie belasten die Branche nicht nur generell, wurde betont, sondern verzerren auch den Wettbewerb mit ausländischen Unternehmen, die die Möglichkeit haben, in ihren Heimatländern zum Teil deutlich billiger zu tanken.
„Wir wünschen uns, dass aus dem heutigen Austausch konkrete Schritte folgen. Fortschritt entsteht dort, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen“, formulierte Klaus Akkermann seine Erwartung nach dem Gespräch.
Mit Spürhunden durchs Büro
Über 90 Minuten war Kanzler Merz vor Ort. „Bei einem kurzen Rundgang haben wir unsere verschiedenen Fahrzeuge vorgestellt und ihm einen Eindruck von unserem Betrieb und den Menschen dahinter vermittelt“, erzählt Imke Akkermann, im Unternehmen für Marketing und Qualitätsmanagement zuständig. „Die Vorbereitungen auf den Kanzlerbesuch nahmen fast eine Woche in Anspruch und erforderten umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen“, so Imke Akkermann.
Akkermann Transporte aus Moormerland im Landkreis Leer (Niedersachsen) ist auf Schüttgut- und Autotransporte spezialisiert. Das traditionelle Familienunternehmen feiert 2026 sein 90-jähriges Jubiläum. Geschäftsführer Klaus Akkermann führt den Betrieb gemeinsam mit Claudia und Jörg Akkermann in dritter Generation. Imke Akkermann gehört mit Nele und Maike Akkermann zur vierten Generation, die bereits im Unternehmen mitarbeitet.





