Credit: Samsara
Mit KI-gestützten Lösungen, die auf Dashcams im Cockpit basieren, versucht der Elektronikspezialist Samsara die Verkehrssicherheit im Güterverkehr zu erhöhen. Dafür arbeitet er unter anderem mit der KRAVAG zusammen.
Ein Warnton schrillt durchs Cockpit! Was war passiert? Der Fahrer hatte sich länger nicht bewegt, dann gegähnt – und so die Müdigkeitserkennung der Dashcam ausgelöst. Diese ist nur eines von mehreren Features, mit denen Samsara versucht, die Sicherheit im und um den Lkw zu erhöhen. Konkret zielen die Lösungen des Unternehmens auf drei Effekte ab:
- Verhaltensrisiken erkennen: In der Situation identifiziert das Tool riskantes Verhalten des Fahrers sowohl in der Kabine als
auch auf der Straße und gibt Warnsignale aus. - Fahrerverhalten beeinflussen: Durch verschiedene Methoden kann auf möglicherweise riskantes Verhalten des Fahrers eingewirkt werden.
- Unberechtigte Forderungen abwehren: Aufzeichnungen von kritischen Situationen helfen bei der objektiven Rekonstruktion von Unfällen und beschleunigen das Schadensmanagement
Die Lösungen von Samsara basieren auf KI-gestützten Dashcams. Diese werden in zwei Varianten angeboten: als nur auf die Fahrbahn gerichtete und als duale Kameras, die zusätzlich auch in die Kabine blicken. Die Kameras erkennen riskantes Fahrerverhalten und lösen in Echtzeit Maßnahmen wie Warnsignale aus. Eine Müdigkeitswarnung ist natürlich nur beim zweiten Typ möglich.
Feedback in Echtzeit
Verbunden sind die Kameras mit TelematikGateways und intelligenten Cloud-Analysen. Das Gateway liefert Daten über Geschwindigkeit, Bremsverhalten und Motordiagnose. In der Cloud werden die Daten der Kameras gesammelt. Eine sogenannte Safety Inbox, kategorisiert dort kritische Ereignisse nach Risikoarten wie „Handy“, „harte Bremsung“ oder „Müdigkeit“.

„Das System ist so entworfen, dass es aktives Fahrverhalten beeinflusst: Fahrer erhalten direktes Feedback während der Fahrt,
dann erfolgt gezielte Nachbereitung durch Coachingmaßnahmen im Firmen-Dashboard“, erklärt Gianluca Delle Donne, Insurance
Partner Manager DACH bei Samsara. Zur Verhaltensänderung nutzen manche Unternehmen sogar Gamification-Ansätze. Dabei sehen dann die Fahrer live ihren Safety-Score und können sich mit ihren Kollegen in Sicherheits-Rankings vergleichen.
Nicht zur Kontrolle, sondern zum Schutz
Innenkameras können Anzeichen wie Müdigkeit erkennen. Aber sind sie nicht auch geeignet, die Fahrer zu überwachen? „Bei diesen Kameras müssen Unternehmer natürlich ein besonderes Augenmerk auf Datenschutz und Akzeptanz legen“, betont
Gianluca Delle Donne. Die DSGVO verpflichtet Unternehmen zu verschiedenen Maßnahmen bezüglich Folgenabschätzung, Datenspeicherung und Transparenz. Seiner Erfahrung nach werden die Kameras aber in der Regel bald akzeptiert. „Sie werden schließlich als hilfreiches Instrument betrachtet – nicht zur Kontrolle, sondern zum Schutz.
Vorteile quantifizierbar
Die Vorteile, die sich Unternehmen bieten, sind sogar quantifizierbar. Nutzer der Samsara-Technik, so berichtet Gianluca Delle Donne, konnten die Zahl der Unfälle ihrer Fahrzeuge und die Ausfallzeiten. Gemeinsam mit der KRAVAG hat Samsara gerade ein Pilotprojekt zur Analyse der Sicherheitseffekte und der Entwicklung spezieller TelematikVersicherungstarife gestartet.





