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Längst hat KI auch Einzug ins Business gehalten und verändert Regeln und Routinen. Auch Unternehmen der Transport- und Logistikbranche können davon profitieren. Aber sie sollten Regeln beachten.
Etwa 30 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung von Ende 2024. Diese Zahl bezieht sich allerdings auf produzierende Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitenden.

Und was ist mit klein- und mittelständischen Unternehmen im Transport- und Logistikgewerbe?
Da sind die Zahlen laut dem „Logistics Trend Compass“ der Digitalspedition Forto deutlich ernüchternder. Von 2 Prozent, die KI in großem Umfang einsetzen, ist da die Rede. Dabei bestehen in der Logistik zahlreiche sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz. Vorhandene Transportmanagementsysteme könnten um KI-Elemente ergänzt werden, um viele Logistikabläufe zu optimieren. Alleine schon bei der Verarbeitung von Transportaufträgen kann KI wertvolle Unterstützung leisten.
Wer kennt das nicht: Natürlich kommen die Aufträge heute meist per E-Mail rein, aber eben doch in unterschiedlichen Dateiformaten. Da kann KI helfen. Auch bei der Routenplanung können KI-gestützt weitere Einflussfaktoren in die Berechnung einbezogen und diese dadurch realistischer werden. Im Wesentlichen ergeben sich diese Einsatzmöglichkeiten:
- Routenoptimierung:
KI kann helfen, Fahrzeiten realistischer zu berechnen, zum Beispiel unter Einbeziehung von Verkehr, Ruhezeiten und Wetter. - Automatisierte Auftragserfassung:
Transportaufträge, die per E-Mail oder PDF eingehen, können durch KI automatisch ins System übernommen werden. - Lager- und Personalplanung:
KI kann helfen, Schichten zu planen oder Materialflüsse vorherzusagen. - Sprachgesteuerte Berichte: Fahrer könnten Berichte einfach einsprechen, die dann automatisch verschriftlicht werden.
- Digitale Zwillinge: Komplette Umschlagzentren werden digital abgebildet, um Packstücke optimal zu verladen und zu verfolgen.
„Stelle mir kritische Fragen“
Grundsätzlich lässt sich KI außerdem gut als intellektueller Sparringspartner einsetzen. Was bei den Überlegungen zum richtigen Prompt zum Füttern der KI manchmal vergessen wird: Man kann sie auch um Fragen bitten. Wer sich in ein neues Thema einarbeitet, kann der KI sagen: „Stelle mir fünf kritische Fragen zu diesem Thema.“ So kann man sich sehr gut auf einen späteren Austausch mit Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden vorbereiten und Themen voll umfassend beleuchten – bis hinein in Aspekte, die einem persönlich vielleicht entgangen wären.
Künstliche Intelligenz ist auf gutem Wege, zum Betriebssystem der globalen Lieferketten und der Weltwirtschaft zu werden.
Wolfgang Lehmacher, Fachbuchautor, Berater und Unternehmer
Entscheidend: Datenschutz
„Ein kritischer Blick auf den Umgang mit Daten ist beim Einsatz von KI natürlich unbedingt erforderlich“, unterstreicht Gerald Hartwig, der Leiter Operatives Geschäft bei der SVG-Akademie. Allerdings gebe es heute bereits vielfältige Wege, um Künstliche Intelligenz datenschutzkonform einzusetzen. Drei Möglichkeiten lassen sich unterscheiden:
- Business-Lizenzen großer Anbieter
Business-Modelle etwa von ChatGPT oder Microsoft Copilot bieten in der Regel bereits DSGVO-konforme Standards mit einer Datenverarbeitung auf europäischen Servern und ohne Nutzung der Daten zu Trainingszwecken. - Geeignete Systemarchitekturen
LLMs (Large Language Models) können lokal oder in abgeschotteten Umgebungen betrieben werden, was ein hohes Schutzniveau sicherstellt. - Kombinationslösungen
Einige Unternehmen setzen heute auf einen Mix: Für allgemeine Prozesse verwenden sie Business-Lizenzen, für besonders kritische Daten lokale Instanzen. Datenschutzbedenken sollten Unternehmen jedenfalls nicht davon abhalten, KI einzusetzen, unterstreicht Gerald Hartwig. „Mit einem kritischen Blick und der passenden Architektur ist ein datenschutzkonformer Einsatz von KI heute schon möglich“, so der Experte.
KI bei der SVG-Akademie
Als Dienstleister für online-basierte Aus- und Weiterbildung setzt die SVG-Akademie KI konsequent und bewusst ein. Statt Sprecher stundenlang ins Studio zu holen, hat sie die Stimme eines bekannten Kollegen digitalisiert und per KI in 23 Sprachen zum Leben erweckt. Sie gehört Matthias Behrens, dem Geschäftsführer der SVG CONSULT.
Unser Anspruch ist es, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter KI täglich sinnvoll nutzt – nicht als ,nice to have‘, sondern als festen Bestandteil der Arbeit.
Gerald Hartwig, Leiter Operatives Geschäft
Die Akademie verwendet KI in einer Vielzahl von Prozessen:
- bei der Recherche und der Bearbeitung von Verständnisfragen, insbesondere mit Deep-Research-Funktion,
- in der Strukturierung von Inhalten und der Datenanalyse,
- für Analyseprozesse von der kleinen Wissensabfrage bis hin zur umfassenden Business- oder Marktanalyse,
- bei der Bearbeitung und Erstellung von Texten – sei es für E-Mails, Webseiten oder andere Inhalte,
- in der KI-basierten Recherche, die das Googeln zunehmend ersetzt,
- im Coding und bei der Entwicklung eigener Tools,
- bei der Content-Produktion von Texten, Bildern, Storyboards und Videos,
- sowie bei der Übersetzung und Mehrsprachigkeit.
Das Ziel dabei ist, schneller zu werden, die Qualität zu sichern oder Prozesse kostengünstiger zu gestalten und oft auch, mehrere Aspekte zu kombinieren. „Wir verstehen uns als AI-First-Company, die KI als tägliches Werkzeug und Infrastruktur einsetzt, mit denen wir kontinuierlich lernen, experimentieren und unsere Abläufe verbessern. Der Mensch bleibt dabei immer im Mittelpunkt – KI liefert Vorlagen, die wir mit Expertise und Verantwortung weiterentwickeln“, so Gerald Hartwig.





