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Nein, neue Mitarbeiter kann die Künstliche Intelligenz nicht generieren. Aber sie kann helfen, neue Lösungen zu finden und Druck von den bestehenden Kräften zu nehmen. Es müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Fachkräftemangel stellt mittelständische Transportunternehmen zunehmend vor Herausforderungen: Offene Stellen bleiben länger unbesetzt, bestehende Mitarbeitende sind stärker belastet und Wissen geht verloren, sobald erfahrene Fachkräfte das Unternehmen verlassen.

In diesem Kontext bietet Künstliche Intelligenz (KI) praktische Lösungen: Sie kann bestehende Mitarbeitende entlasten, den Arbeitsaufwand in der Disposition reduzieren und Tourenplanungen optimieren. Gleichzeitig ermöglicht KI eine effizientere Einarbeitung neuer Mitarbeitender und unterstützt dabei, wichtiges Erfahrungswissen im Unternehmen zu bewahren.
Damit Künstliche Intelligenz diese Vorteile entfalten kann, müssen Mitarbeitende und Führungskräfte befähigt werden,
sie kompetent anzuwenden. Fünf konkrete Hebel helfen dabei, KI praxisnah und erfolgreich in mittelständischen Transportunternehmen einzusetzen:

1. Führungskräfte befähigen – Verantwortung verändert sich

Der erfolgreiche Einsatz von KI beginnt bei den Führungskräften. Sie sollen datengetriebene Entscheidungen treffen, KI-gestützte
Empfehlungen beurteilen und Mitarbeitenden Sicherheit im Umgang mit neuen Technologien vermitteln. Dafür müssen sie in anwendungsbezogenen Führungskräftetrainings geschult werden. Darin lernen etwa Transportleiter oder Disponenten, welche Möglichkeiten und Grenzen KI-Systeme in der Disposition oder bei der Tourenplanung haben und wie sie diese sinnvoll einsetzen. Besonders wirkungsvoll sind konkrete Schulungen anhand realistischer Szenarien, zum Beispiel zur Optimierung der Fahrzeugauslastung oder zur vorausschauenden Wartung.

2. Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden praxisorientiert gestalten

Parallel zur Führungskräfteentwicklung sollten mittelständische Unternehmen praxisorientierte Weiterbildungen für die Mitarbeitenden anbieten. Konkrete Beispiele dafür wären:

  • interaktive Workshops, bei denen Fahrer intelligente Assistenzsysteme kennenlernen, um Kraftstoff zu sparen oder Unfälle zu vermeiden, oder
  • praktische Schulungen für Disponenten, bei denen sie KI-gestützte Software zur Planung und Disposition testen.
  • Auch regelmäßige kurze Schulungen („KI-Update-Sessions“) oder gezielte praktische Übungen im realen Arbeitsumfeld erleichtern den Mitarbeitenden den Zugang zur Technologie.

3. Mitarbeitende frühzeitig und transparent einbinden

Eine disruptive Technologie wie Künstliche Intelligenz stößt häufig auf Unsicherheit bei Mitarbeitenden, gerade wenn die Befürchtung besteht, dass Arbeitsplätze oder Aufgabenbereiche bedroht sein könnten. Deshalb ist eine frühzeitige und transparente interne Kommunikation essenziell. Mitarbeitende erkennen den Mehrwert der KI besonders dann klar, wenn Unternehmen konkrete Ergebnisse offen kommunizieren – zum Beispiel die Optimierung von Lieferzeiten, die Reduktion von Leerkilometern oder eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs durch intelligente Fahrassistenzsysteme. Regelmäßige Meetings, in denen diese konkreten Erfolge gemeinsam besprochen werden, schaffen Klarheit und Vertrauen und zeigen, wie KI die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern kann.

4. Skillset und Mindset sind gefragt

Der Umgang mit KI erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch eine grundsätzliche Offenheit für neue Arbeitsweisen. Deshalb empfiehlt es sich, entweder auf externe Experten oder auf speziell ausgebildete interne Mitarbeitende („KI-Beauftragte“) zurückzugreifen, die regelmäßige Trainings oder praktische Demonstrationen durchführen.
Solche Maßnahmen könnten monatliche praxisnahe Updates umfassen, in denen reale Fallbeispiele aus dem Unternehmen oder der Branche erläutert und diskutiert werden, um den Einsatz entsprechender KI-Anwendung im Arbeitsalltag zu erleichtern.

5. Mut zum ersten Schritt – früh starten und schnell profitieren

Gerade mittelständische Unternehmen zögern oft, KI einzusetzen – etwa aus Angst vor hohen Kosten oder technischer Komplexität. Doch es lohnt sich, mutig erste Schritte zu gehen. Bereits einzelne Pilotprojekte, wie etwa die Einführung eines KI-basierten Tools zur Routenoptimierung auf ausgewählten Strecken oder eine Testphase mit intelligenten Sensoren zur Fahrzeugwartung, können rasch spürbare Erfolge erzielen.
Diese kleinen Erfolge („Quick Wins“) sind konkrete Beispiele mit Signalwirkung, die intern kommuniziert, andere Teams und
Abteilungen motivieren können, sich mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen und konkrete KI-Lösungen auch für ihre Bereiche einzuführen.

KI erfolgreich einzusetzen erfordert, die Menschen mitzunehmen

Künstliche Intelligenz kann gerade im mittelständischen Transportsektor ein wirksames Instrument sein, um dem Fachkräftemangel proaktiv zu begegnen und operative Herausforderungen besser zu meistern. Durch die Entlastung bestehender Mitarbeitender und mithilfe schnellerer Qualifizierung neuer Fachkräfte sowie die Bewahrung und Weitergabe von Erfahrungswissen bietet KI unmittelbare Antworten auf zentrale Herausforderungen des Fachkräftemangels. Unternehmen, die diesen Weg mutig gehen, sichern sich langfristig wettbewerbsfähige Abläufe und stärken ihre Position im Kampf um Fachkräfte.

CONVES GMBH

Auf Basis eines starken methodischen Fundaments unterstützt Conves mittelständische Unternehmen dabei, ihre strategischen Ziele schnell und effektiv zu verwirklichen. Mit seinen Kunden entwickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen, die sich an den spezifischen Inhalten und branchenspezifischen Anforderungen orientieren und begleitet sie partnerschaftlich bis zur Realisierung messbarer Erfolge. Die Kunden von Conves stammen hauptsächlich aus den Bereichen Transport & Logistik, Versicherungen und produzierende KMU.

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